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Die XRechnung ist ein strukturiertes elektronisches Rechnungsformat auf XML-Basis. Sie macht Rechnungsdaten maschinenlesbar und ist besonders wichtig für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber, aber auch für Unternehmen, die ihre Rechnungsprozesse sauber auf die E-Rechnungspflicht vorbereiten möchten.

E-Rechnung, XML & öffentliche Auftraggeber

XRechnung: Format, Pflichtangaben und Einsatz in B2G und B2B

Was das XML-Format nach EN 16931 ausmacht, wann öffentliche Auftraggeber eine XRechnung verlangen und was Unternehmen im B2B-Bereich beachten müssen.

Foto von Markus Winkler

Die XRechnung ist eine elektronische Rechnung in einem strukturierten XML-Format. Anders als ein normales PDF ist sie nicht in erster Linie für das menschliche Auge gedacht, sondern für die maschinelle Verarbeitung. Dadurch können Rechnungsdaten wie Absender, Empfänger, Rechnungsnummer, Beträge, Steuersätze, Zahlungsinformationen und Leistungsdaten automatisch ausgelesen und weiterverarbeitet werden.

Für Selbstständige und kleine Unternehmen wird XRechnung vor allem dann relevant, wenn sie Rechnungen an öffentliche Auftraggeber stellen oder ihre Rechnungsprozesse auf die E-Rechnungspflicht vorbereiten. Wichtig ist: Eine XRechnung ist nicht einfach eine PDF-Rechnung mit anderem Namen. Die entscheidenden Rechnungsangaben müssen im strukturierten XML-Teil enthalten sein. Nur dann kann die Rechnung elektronisch geprüft, verarbeitet und archiviert werden. Motorica hilft dabei, Rechnungsdaten strukturiert zu erfassen, E-Rechnungen vorzubereiten und typische Fehler im Rechnungsprozess zu vermeiden.

Was ist eine XRechnung?

Die XRechnung ist eine deutsche Umsetzung der europäischen Norm EN 16931 für elektronische Rechnungen. Die aktuell in diesem Artikel behandelte Spezifikation ist XRechnung 3.0.2. Die Rechnungsdaten liegen strukturiert als XML vor und können automatisiert verarbeitet werden. Besonders relevant ist das Format für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber; im B2B-Bereich ist XRechnung eine mögliche, aber nicht die einzige EN-16931-konforme Ausprägung.

  • XRechnung ist ein strukturiertes elektronisches Rechnungsformat
  • Die Daten liegen als XML vor
  • Der Standard orientiert sich an EN 16931
  • Dieser Artikel behandelt XRechnung 3.0.2
  • Besonders relevant ist XRechnung für öffentliche Auftraggeber
  • Im B2B-Bereich sind auch andere konforme Formate möglich
  • Ein normales PDF ist keine XRechnung
  • Für die Sichtprüfung wird meist ein Viewer benötigt

XRechnung, PDF und ZUGFeRD: der Unterschied

Ein einfaches PDF sieht zwar aus wie eine Rechnung, enthält aber keine strukturierten Rechnungsdaten im Sinne der E-Rechnungspflicht. Eine XRechnung besteht dagegen aus XML-Daten und ist ohne Viewer für Menschen schwer lesbar. ZUGFeRD kombiniert beide Welten: eine PDF-Darstellung für Menschen und eingebettete strukturierte Daten für Systeme. Bei der XRechnung steht die maschinelle Verarbeitung klar im Vordergrund.

  • PDF: gut lesbar für Menschen, aber ohne strukturierte Rechnungsdaten keine E-Rechnung
  • XRechnung: XML-basiert, maschinenlesbar und für automatisierte Verarbeitung gedacht
  • ZUGFeRD: PDF mit eingebetteten strukturierten Rechnungsdaten
  • XRechnung braucht häufig einen Viewer zur lesbaren Darstellung
  • Bei hybriden E-Rechnungen sind die strukturierten Daten entscheidend
  • Für Behörden ist häufig XRechnung oder ein zugelassenes EN-16931-konformes Format erforderlich

Wann brauche ich eine XRechnung?

Eine XRechnung ist besonders wichtig, wenn du Rechnungen an öffentliche Auftraggeber stellst. Dazu können Bundesbehörden, Landesbehörden, Kommunen oder andere öffentliche Stellen gehören. Im normalen B2B-Geschäft zwischen Unternehmen ist XRechnung nicht das einzige mögliche Format. Dort können auch andere strukturierte Formate wie ZUGFeRD oder vereinbarte Formate zulässig sein, wenn sie die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Entscheidend ist, dass die Rechnung elektronisch verarbeitet werden kann und die erforderlichen Angaben vollständig strukturiert enthält.

  • Rechnungen an öffentliche Auftraggeber prüfen
  • Leitweg-ID beim öffentlichen Auftraggeber erfragen, wenn erforderlich
  • Vorgaben der jeweiligen Rechnungseingangsplattform beachten
  • Im B2B-Bereich Format mit dem Geschäftspartner abstimmen
  • PDF-Rechnung nicht mit E-Rechnung verwechseln
  • Übergangsregelungen und Ausnahmen im Einzelfall prüfen
  • Bei Unsicherheit Steuerberatung oder Auftraggeber einbinden

Welche Angaben gehören in eine XRechnung?

Eine XRechnung muss die steuerlich und fachlich notwendigen Rechnungsdaten strukturiert enthalten. Es reicht nicht, wichtige Angaben nur in einer Anlage oder in einem Freitext zu verstecken. Die wichtigsten Pflichtangaben müssen im maschinenlesbaren Teil vorhanden sein, damit die Rechnung automatisch geprüft und verarbeitet werden kann. Dazu gehören insbesondere Angaben zu Rechnungssteller, Empfänger, Rechnungsnummer, Rechnungsdatum, Leistung, Beträgen, Umsatzsteuer und Zahlungsinformationen.

  • Name und Anschrift des Rechnungsstellers
  • Name und Anschrift des Rechnungsempfängers
  • Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, soweit erforderlich
  • Rechnungsnummer
  • Rechnungsdatum
  • Leistungsdatum oder Leistungszeitraum
  • Leistungsbeschreibung
  • Netto-, Steuer- und Bruttobeträge
  • Steuersatz oder Steuerbefreiungshinweis
  • Zahlungsbedingungen und Bankverbindung
  • Bei Behörden häufig Leitweg-ID oder weitere Empfängerangaben

Leitweg-ID: relevant bei öffentlichen Auftraggebern

Die Leitweg-ID dient dazu, eine E-Rechnung innerhalb der öffentlichen Verwaltung eindeutig an den richtigen Rechnungsempfänger weiterzuleiten. Sie ist vor allem im B2G-Bereich relevant, also bei Rechnungen an Behörden und öffentliche Auftraggeber. Im normalen B2B-Bereich zwischen Unternehmen wird grundsätzlich keine Leitweg-ID benötigt. Wenn du an eine öffentliche Stelle abrechnest, solltest du die Leitweg-ID und den geforderten Übertragungsweg vor Rechnungsstellung klären.

  • Leitweg-ID beim öffentlichen Auftraggeber erfragen
  • Leitweg-ID korrekt in der XRechnung hinterlegen
  • Rechnungsempfänger nicht mit Ansprechpartner verwechseln
  • Vorgaben der Plattform wie OZG-RE beachten
  • Falsche oder fehlende Leitweg-ID kann zur Ablehnung führen
  • Im B2B-Bereich ist normalerweise keine Leitweg-ID erforderlich
  • Bei Unsicherheit vor Versand beim Auftraggeber nachfragen

XRechnung erstellen und validieren

Eine XRechnung sollte vor dem Versand validiert werden. Validierung bedeutet, dass die Rechnung technisch und fachlich gegen die geltenden Regeln geprüft wird. Dabei geht es nicht nur darum, ob die XML-Datei technisch lesbar ist. Auch Pflichtfelder, Beträge, Steuersummen, Empfängerangaben, Leitweg-ID, elektronische Adressen und formale Vorgaben können relevant sein. Eine gültige XRechnung reduziert das Risiko, dass die Rechnung vom Empfänger oder von einer Plattform abgelehnt wird.

  • Rechnungsdaten vollständig erfassen
  • XML-Datei im richtigen Format erzeugen
  • Pflichtfelder prüfen
  • Beträge und Steuersummen kontrollieren
  • Leitweg-ID und Empfängerangaben prüfen
  • XRechnung vor Versand validieren
  • Fehlermeldungen nicht ignorieren, sondern fachlich korrigieren
  • Version und Vorgaben der Empfängerplattform beachten

XRechnung empfangen und lesbar machen

Eine XRechnung kommt meist als XML-Datei an. Für Menschen ist diese Datei ohne Hilfsmittel schwer lesbar. Deshalb brauchst du einen Viewer oder eine Software, die die XML-Daten verständlich darstellt. Wichtig ist: Die strukturierte XML-Datei bleibt der entscheidende Rechnungsbestandteil. Sie sollte nicht durch einen Screenshot, Ausdruck oder ein manuell erzeugtes PDF ersetzt werden.

  • XML-Datei nicht löschen oder nur als PDF speichern
  • XRechnung mit Viewer oder geeigneter Software anzeigen
  • Rechnungsdaten aus dem strukturierten Teil prüfen
  • Absender, Betrag, Umsatzsteuer und Zahlungsdaten kontrollieren
  • Eingangsrechnung im Originalformat aufbewahren
  • Bei Abweichungen zwischen Darstellung und XML die strukturierten Daten beachten
  • Eingehende E-Rechnungen in den Buchhaltungsprozess einordnen

Aufbewahrung und GoBD: XML nicht verlieren

Bei einer XRechnung muss der strukturierte Teil so aufbewahrt werden, dass er während der Aufbewahrungsfrist verfügbar, lesbar und unverändert nachvollziehbar bleibt. Für Zwecke der Umsatzsteuer sind ein- und ausgehende Rechnungen grundsätzlich acht Jahre aufzubewahren. Ein ausgedrucktes PDF oder eine reine Bilddarstellung reicht nicht aus, wenn dadurch die ursprüngliche XML-Datei verloren geht. Die Ablage sollte deshalb so organisiert sein, dass Rechnung, XML-Datei, Prüfergebnis und weitere Unterlagen später wiedergefunden werden können.

  • XML-Datei im Original aufbewahren
  • Rechnungsdaten während der Aufbewahrungsfrist verfügbar halten
  • Viewer-Darstellung nicht mit Originalrechnung verwechseln
  • Änderungen und Korrekturen nachvollziehbar dokumentieren
  • Eingangs- und Ausgangsrechnungen geordnet ablegen
  • Prüfprotokolle oder Validierungsergebnisse sinnvoll speichern
  • Daten für Steuerberatung und Betriebsprüfung auffindbar halten

Typische Fehler bei XRechnungen

Viele Probleme mit XRechnungen entstehen nicht durch das XML-Format selbst, sondern durch unvollständige oder widersprüchliche Rechnungsdaten. Wenn Pflichtfelder fehlen, Beträge nicht aufgehen, die Leitweg-ID falsch ist oder der Empfänger nicht eindeutig adressiert wurde, kann die Rechnung abgelehnt werden. Besonders kritisch ist es, eine PDF-Rechnung fälschlich als E-Rechnung zu behandeln oder die XML-Datei nach dem Versand nicht sauber aufzubewahren.

  • PDF als XRechnung bezeichnen
  • XML-Datei nicht validieren
  • Pflichtangaben unvollständig erfassen
  • Leitweg-ID vergessen oder falsch eintragen
  • Falschen Rechnungsempfänger verwenden
  • Netto, Umsatzsteuer und Brutto stimmen nicht überein
  • Leistungsdatum oder Leistungsbeschreibung fehlt
  • Bankverbindung oder Zahlungsbedingungen unklar
  • XML-Datei nachträglich nur als PDF archivieren
  • Fehlermeldungen der Plattform ignorieren

Prüfplan vor dem Versand einer XRechnung

Vor dem Versand solltest du jede XRechnung kurz prüfen. Der Prüfplan muss nicht kompliziert sein, aber konsequent. Stimmen Kundendaten, Empfänger, Beträge, Steuerlogik, Leistungszeitraum und Zahlungsinformationen? Wird eine Leitweg-ID benötigt? Ist die Rechnung technisch valide? Gerade bei öffentlichen Auftraggebern ist diese Prüfung wichtig, weil fehlerhafte Rechnungen oft nicht einfach manuell korrigiert werden, sondern vom System abgelehnt werden können.

  • Ist der richtige Rechnungsempfänger hinterlegt?
  • Ist bei Behörden die Leitweg-ID vorhanden?
  • Sind Rechnungsnummer und Rechnungsdatum korrekt?
  • Ist der Leistungszeitraum angegeben?
  • Ist die Leistungsbeschreibung verständlich?
  • Stimmen Netto, Umsatzsteuer und Brutto?
  • Sind Zahlungsbedingungen und Bankverbindung korrekt?
  • Wurde die XRechnung validiert?
  • Wurde die XML-Datei sauber archiviert?
  • Ist die Rechnung im richtigen Übertragungsweg versendet worden?

So unterstützt Motorica bei XRechnungen

Motorica erfasst Rechnungsdaten strukturiert und unterstützt die Ausgabe sowie technische Prüfung von XRechnungen. Vor dem Versand sollten zusätzlich Empfängervorgaben, fachliche Pflichtangaben und der geforderte Übertragungsweg geprüft werden. Motorica erstellt ZUGFeRD-Rechnungen direkt aus den gepflegten Rechnungsdaten.

  • Rechnungsdaten strukturiert erfassen
  • Kunden- und Leistungsdaten wiederverwenden
  • XRechnungen erzeugen
  • XRechnungen technisch validieren
  • Pflichtangaben und Beträge vor Versand prüfen
  • Empfängervorgaben und Übertragungsweg separat klären
  • XML-Dateien geordnet aufbewahren

FAQ

Häufige Fragen zur XRechnung

Was ist eine XRechnung?

Eine XRechnung ist eine elektronische Rechnung im strukturierten XML-Format. Sie ist maschinenlesbar und ermöglicht die automatische Verarbeitung von Rechnungsdaten wie Empfänger, Rechnungsnummer, Beträgen, Steuersätzen und Zahlungsinformationen.

Ist eine PDF-Rechnung eine XRechnung?

Nein. Eine einfache PDF-Datei ist keine XRechnung. Eine XRechnung besteht aus strukturierten XML-Daten. Ein PDF kann zwar wie eine Rechnung aussehen, erfüllt aber ohne strukturierte Daten nicht die Anforderungen an eine E-Rechnung.

Was ist der Unterschied zwischen XRechnung und ZUGFeRD?

XRechnung ist eine XML-Rechnung ohne eigene PDF-Darstellung. ZUGFeRD kombiniert eine lesbare PDF-Datei mit eingebetteten strukturierten Rechnungsdaten. Beide Formate können für E-Rechnungen relevant sein, wenn sie die gesetzlichen Anforderungen erfüllen.

Wann brauche ich eine Leitweg-ID?

Eine Leitweg-ID wird vor allem bei Rechnungen an öffentliche Auftraggeber benötigt. Sie sorgt dafür, dass die elektronische Rechnung innerhalb der Verwaltung an den richtigen Empfänger weitergeleitet wird. Im normalen B2B-Bereich zwischen Unternehmen wird grundsätzlich keine Leitweg-ID benötigt.

Muss ich als Selbstständiger XRechnungen empfangen können?

Seit dem 1. Januar 2025 müssen inländische Unternehmen grundsätzlich in der Lage sein, E-Rechnungen zu empfangen. Für den Empfang kann laut BMF bereits ein E-Mail-Postfach ausreichen. Für die Verarbeitung und Ablage ist trotzdem eine geeignete Organisation sinnvoll.

Muss jede Rechnung seit 2025 als XRechnung gestellt werden?

Nein. XRechnung ist nicht das einzige zulässige E-Rechnungsformat. Außerdem gelten Übergangsregelungen und Ausnahmen. Im B2B-Bereich können auch andere strukturierte Formate wie ZUGFeRD zulässig sein, wenn sie die Anforderungen erfüllen.

Wie kann ich eine XRechnung lesen?

Eine XRechnung ist eine XML-Datei und für Menschen ohne Hilfsmittel schwer lesbar. Du brauchst einen Viewer oder eine Software, die die XML-Daten verständlich darstellt. Die XML-Datei selbst sollte trotzdem als Original aufbewahrt werden.

Warum sollte eine XRechnung validiert werden?

Eine Validierung prüft, ob die XRechnung technisch und inhaltlich die geforderten Regeln erfüllt. So lassen sich fehlende Pflichtfelder, falsche Beträge, ungültige Empfängerangaben oder Formatfehler erkennen, bevor die Rechnung versendet wird.

Wie muss eine XRechnung aufbewahrt werden?

Die strukturierte XML-Datei sollte im Original aufbewahrt werden. Eine reine PDF-Darstellung oder ein Ausdruck ersetzt die XRechnung nicht. Wichtig ist, dass die Rechnung während der Aufbewahrungsfrist verfügbar, lesbar und nachvollziehbar bleibt.

Unterstützt Motorica XRechnungen?

Ja. Motorica unterstützt die strukturierte Rechnungserfassung sowie die Ausgabe und technische Validierung von XRechnungen. Empfängerspezifische Vorgaben, steuerliche Einzelfragen und der Übertragungsweg sollten trotzdem vor dem Versand geprüft werden. Motorica erstellt ZUGFeRD-Rechnungen direkt aus den gepflegten Rechnungsdaten.